HU - Hydrogeologie und Umwelt

Zeitschrift des Lehr- und Forschungsbereichs Hydrogeologie und Umwelt (ISSN 09309-3757)

Redaktion: BGI, Greisingstr. 8, D-97074 Würzburg

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Heft-Nr. 20 (2000)



Inhalt



Heft 20: 


INHALT - 4. Würburger Hydrogeologisches Kolloquium:





Kurzfassungen - 4. Würzburger Hydrogeologisches Kolloquium



Heft 20, S. 1-7: 

Aquatische Umwelt und Gesundheit: Krebshäufung nach Sanierung des Dorfbaches?

F. Curio


Kurzfassung:
Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre war Ärzten eines Krankenhauses in den Haßbergen aufgefallen, daß jedesmal, wenn jemand mit einer Leukämie oder einem Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) zur stationären Behandlung kam, diese Patienten aus ein und dem selben Dorf stammten. Dank des günstigen archivarischen Umstandes, daß aussagekräftige Krankenunterlagen für dieses Gebiet seit 1911 vorliegen, ließen sich das Krankheitsgeschehen des Dorfes rekonstruieren und der Verdacht auf eine Blutkrebshäufung abklären. Um einen Vergleich anstellen und im Sinne einer Fallkontrollstudie weitere Aussagen treffen zu können, wurde ein zweites Dorf aus der unmittelbaren Nachbarschaft in die Untersuchung mit einbezogen. Der exakte Grund für die Leukämie-Lymphom-Epidemie des Dorfes bleibt im Dunkeln, er muß aber, nach Auswertung aller verfügbaren Daten, mit der vorausgegangenen Veränderung der lokalen hydrogeologischen Oberfläche - der Sanierung des Dorfbachs - zusammenhängen.

Veröffentlichung auf: deutsch




 Heft 20, S. 25-43:

Ein hydrogeologisches Modell und der Versuch einer Bilanzierung des Thermalwasservorkommens im Malmkarst des süddeutschen Molassebeckens

H. Frisch, B. Huber


Kurzfassung:
Der grundwasserführende Malmkarst (Oberjura) des Süddeutschen Molassebeckens zwischen Bodensee im W, Donau im N und E sowie Inn und Alpen-Nordrand im Süden ist das bedeutendste Reservoir hydrogeothermischer Energie in der Bundesrepublik Deutschland. Für diese Feststellung war eine Bilanzierung dieses Tiefenwasservorkommens notwendig.

Die nördlich der Donau im Schwäbischen und Fränkischen Jura ausstreichenden Malmgesteine tauchen nach S unter die mächtige tertiäre Beckenfüllung ab und liegen im Raum München etwa 2000 m unter Flur. Nur die hangenden etwa 200 m sind infolge ausreichender Verkarstung wasserführend. Die Wässer sind durchwegs gespannt, bereichsweise laufen sie artesisch aus. Die Regeneration erfolgt einerseits aus dem Offenen Malmkarst nördl. der Donau, andererseits über Leakage aus den quartären und tertiären Deckschichten. Die Tiefenwasserbewegung ist großräumig von W nach E orientiert, wobei im zentralen Beckenbereich eine deutliche Verflachung des Potentialgefälles festzustellen ist. Austrittsgebiete von Wässern aus dem Beckeninneren finden sich im Donautal zwischen Ulm und Regensburg. Hinzu kommen Aussickerungszonen im östlichen Teil des Molassebeckens über die hangende tertiäre und quartäre Schichtenfolge. Der Durchsatz an Malmkarstwasser im Molassebecken dürfte nach den Ergebnissen eines dreidimensionalen mathematischen Grundwasserströmungsmodells bei etwa 1,5 m³/s liegen.

Ein mathematisches Grundwasserströmungsmodell hat sich in jüngster Zeit detailliert mit dem Thermalwasserumsatz im niederbayerischen und oberösterreichischen Teil des Molassebeckens befaßt, wobei das hydrogeologische Basismodell sehr differenziert ausgearbeitet wurde. Hierbei zeigte sich u. a., daß die Randzuflüsse aus dem ostbayerischen Kristallin eine wesentlich größere Rolle bei der Regeneration des Malmkarstwassers spielen als bisher angenommen wurde.

Veröffentlichung auf: deutsch




Heft 20, S. 45-58: 

Die Festlegung von Trinkwasserschutzgebieten in Festgesteinen mit Matrixporosität

K.-P. Seiler, G. Heinrichs


Kurzfassung:
Klüftige Festgesteine mit Matrixporosität gehören zu den wichtigen Trinkwasserresourcen in Deutschland, deren Schutz vor diffusen und punktförmigen Schadstoffeinträgen nach den herkömmlichen Untersuchungs- und Sicherungsmethoden problematisch sein kann. So steht die 50-Tage-Linie als Bemessungsgrundlage zur Ausweisung der Engeren Schutzzone (Zone II) seit längerem als unzureichend für den Schutz des Trinkwassers vor Chemikalien aber auch vor Viren und Bakterien in der Diskussion (HÖLTING 1992). Auf der anderen Seite werden die Schutzzonen 3a und 3b in Kluftgesteinen unabhängig von einer fachlich-wissenschaftlichen Notwendigkeit aufgrund des allgemeinen Besorgnisgrundsatzes oft weit gefaßt. Da bei der Ausweisung von Schutzgebieten sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Auswirkungen erheblich sind, sollten neue wissenschaftliche Erkenntnisse schnell in die fachliche Notwendigkeitsbetrachtung eingehen. Am Beispiel der Massenkalke in der Frankenalb wurde ein neues Konzept für die Ausweisung von Trinkwasserschutzgebieten entwickelt.

Veröffentlichung auf: deutsch




Heft 20, S. 59-84: 

Numerische Simulation des Tracertransportes in einem Muschelkalkaquifer im Raum Würzburg
Ch. Fulda, W. Schäfer, W. Kinzelbach


Kurzfassung:
In einem Muschelkalkaquifer im Gebiet Großrinderfeld nordöstlich von Tauberbischofsheim wurde eine Multitracerstudie durchgeführt. Zur Untersuchung der Dynamik des Aquifers wurden hier Zeitreihen der Umwelttracer ³H und der FCKW gemessen und versucht, diese in einem numerischen Modell nachzubilden. Die Meßergebnisse für die Tracer ³H und die FCKW sowie deren numerische Simulation werden im folgenden vorgestellt.

Veröffentlichung auf: deutsch




Heft 20, S. 85-95: 

Verminderung des Nitrateintrags durch grundwasserschonende Landbewirtschaftung ist möglich

J. Mangelsdorf


Kurzfassung:
Der Einfluß der Landwirtschaft auf die Gewässergüte ist durch einschlägige Untersuchungen vielfach belegt. Zur Gewinnung verläßlicher Erfahrungswerte, vor allem über die notwendige Zeitdauer einer Sanierung und den Aufwand an Betreuung der Landwirte, wurde 1992 vom Bayer. Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Bayer. Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen ein Konzept zur grundwasserschonenden Landbewirtschaftung zu erarbeiten und in der Praxis zu erproben. Dabei sollte in ausgewählten Modellgebieten geprüft werden, inwieweit Düngung nach "guter fachlicher Praxis" den Nitratgehalt im Grund- und Trinkwasser beeinflußt. Dieser Ansatz wurde 1994 um die Prüfung von Extensivierungsmaßnahmen erweitert, wie sie beispielsweise durch das Bayerische Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) gefördert werden können.

Die Bayerische Landesanstalt für Bodenkultur und Pflanzenbau (LBP) wurde beauftragt, das Gesamtkonzept sowie den acker- und pflanzenbaulichen Maßnahmenkatalog zu erarbeiten und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern für Landwirtschaft und Ernährung (ÄfLuE) die notwendigen Daten zu erheben sowie die in den Modellgebieten wirtschaftenden Landwirte zu beraten. Das Bayer. Landesamt für Wasserwirtschaft (LfW) übernahm in Zusammenarbeit mit dem jeweils zuständigen Wasserwirtschaftsamt (WWA) die Abgrenzung der Modellgebiete und die Untersuchung der Wasserproben auf verschiedene Kationen und Anionen sowie auf Pflanzenschutzmittelwirkstoffe.

Die Verminderung der Nitratgehalte im Grundwasser einiger Modellgebiete kann aufgrund geringer Verweilzeiten des Grundwassers auf die dort durchgeführten pflanzenbaulichen Maßnahmen zurückgeführt werden. In einem Gebiet mit längerer Verweilzeit des Grundwassers konnten Auswirkungen der pflanzenbaulichen Maßnahmen noch nicht nachgewiesen werden. Nicht schlüssig ist die Verminderung der Nitratgehalte im Grundwasser in zwei Gebieten mit langen Verweilzeiten des Grundwassers von 5 - 10 Jahren. Hier sind weitere Untersuchungen nötig.

Veröffentlichung auf: deutsch




Heft 20, S. 97-104: 

Sanierung von nitratbelasteten Trinkwassereinzugsgebieten. Erfahrungen aus Nordbayern 1989 - 1998

Ch. Hartmann


Kurzfassung:
Seit Herabsetzung des Grenzwertes für Nitrat im Trinkwasser auf 50 mg/l sind viele Wasserversorger mit dem Problem konfrontiert, die Nitrateinträge in das Grundwasser verringern zu müssen. Da in der Regel weder der Umfang des Wasserschutzgebietes noch der geltende Auflagenkatalog den heutigen Anforderungen entspricht, kann eine Problemlösung nur durch die Abgeltung der Ausgleichsansprüche nach § 19 Abs. 4 WHG nicht erwartet werden.

Häufig befinden sich alle Beteiligten (Wasserversorger, Landwirte, Fachbehörden) bereits im Stadium gegenseitiger Schuldzuweisungen, da Begriffe wie "gute fachliche Praxis", "ordnungsgemäß" oder "grundwasserverträglich" entsprechend dem jeweiligen Wertesystem verwendet werden. In manchen Fällen ist das Problem "hausgemacht", da durch die entnahmebedingte Absenkung des Grundwasserspiegels frühere Dauergrünlandflächen erst ackerfähig wurden. In diesem Spannungsfeld setzt unsere Arbeit an und hat zunächst eine Erfassung und verständliche Darstellung der fachlichen Grundlagen zum Ziel.

Veröffentlichung auf: deutsch





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