HU - Hydrogeologie und Umwelt

Zeitschrift des Lehr- und Forschungsbereichs Hydrogeologie und Umwelt (ISSN 09309-3757)

Redaktion: BGI, Greisingstr. 8, D-97074 Würzburg

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Heft-Nr. 18 (1999)



Kurzfassungen



Heft 18, S. 1-160: 

Watershed Management In Wadi Hadi (Jordan)

[Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet Wadi Hadi (Jordanien)]

Hakam Al-Alami


Kurzfassung:
Jordanien mit seinen begrenzten Wasserresourcen und einer stetig wachsenden Bevölkerung wird in der heutigen Zeit mit immer größeren Schwierigkeiten und Engpässen in der Wasserversorgung konfrontiert. Weitere Resourcen könnten durch ein kontrolliertes Management und einen gezielten Ausbau bisher nicht aufgestauter, während der Regenzeit fließender Oberflächengewässer erschlossen werden. Diese Arbeit dient der Planung einer Reihe kleinerer Stauwehre, die in den Haupt-Trockentälern (Wadis) im Einzugsgebiet des Wadi Hadi in Jordanien errichtet werden sollen. Die geplanten Techniken zur Durchführung des Vorhabens sollen die potentielle Gefahr einer Bodenerosion möglichst ausschließen sowie die Fließgeschwindigkeiten der Oberflächengewässer reduzieren. Dies beinhaltet gleichzeitig eine mögliche künstliche Grundwasseranreicherung bei geringstmöglichen Auswirkungen auf die Umwelt und mit dem geringsten Kostenaufwand. Die Mehrzahl der kleinen Stauwehre, die den Zweck haben, das nach ausreichenden Regenfällen in den Trockentälern fließende Oberflächenwasser zurückzuhalten, dessen Fließgeschwindigkeit zu reduzieren und eine künstliche Grundwasseranreicherung zu bewirken, werden von den wichtigsten Aquiferen im Einzugsgebiet, den Kalksteinen der (A7)- und der (A5/6)-Formation, unterlagert. Die errechneten Infiltrationsraten der auf Gesteinen der (A7)-Formation errichteten Staudwehre betragen zwischen 9x10-2 und 1x10-2 m³/s während die Wehre auf der (A5/6)-Formation Infiltrationsraten zwischen 6x10-2 und 2,7x10-3 m³/s aufweisen. Andererseits können mögliche Standorte für diejenigen Wehre, die dem Rückhalt des Oberflächenwassers und der Verminderung des Abflusses dienen, auf den weniger ergiebigen Aquiferen der (A3)- und (A1/2)-Formationen, ermittelt werden. Kleinere Staubecken auf Gesteinen der (A3)-Formation werden voraussichtlich maximal 1,2x10-4 m³/s und solche auf Gesteinen der (A1/2)-Formation nur maximal 8,3x10-6 m³/s Wasser infiltrieren können.

Modellierungen zur Durchführbarkeit der geplanten Wehre unter Berücksichtigung der von Jahr zu Jahr unterschiedlichen klimatischen und hydologischen Bedingungen haben gezeigt, daß die geplanten Dämme mindestens neunmal pro Jahr gefüllt werden sollten. Zudem sollten sie in Anbetracht der unterschiedlichen Bedingungen 2,9 % der im Gebiet auftretenden Wassermenge in feuchteren, 3,5 % in durchschnittlichen und 4 % in trockenen Jahren speichern können. Schließlich kann die zu erwartende Menge des zurückgehaltenen und künstlich angereicherten Wassers eines jeden kleinen Wehres als ein Vielfaches einer Neufüllung des jeweiligen Wehrs angesehen werden.

Modellierungen zu den Umweltauswirkungen haben ebenfalls die Durchführbarkeit solcher geplanten Vorhaben zum Bau kleinerer Wehre gezeigt. Somit stellen solche Bauten eine sinnvolle Alternative in einem Land dar, in dem die Errichtung größerer Dämme aufgrund der hohen Verdunstungsraten mit größeren Verlusten an dem für den menschlichen Gebrauch und zur Bewässerung notwendigen Wasser verbunden.


Veröffentlichung auf: englisch; english abstract



Heft 18, S. 232-257: 

Hydrochemische Untersuchungen der Grundwässer von Ossa/E-Thessalien (Zentral-Griechenland)

Georgios Stamatis


Kurzfassung:
Die Nachfrage nach Grundwasservorkommen im Raum von E-Thessalien ist sehr groß, nachdem dieses Gebiet sehr stark landwirtschaftlich genutzt wird und in den letzten Jahren keine ausreichende Grundwasserneubildung stattfand. Die Gebirgsmassen des Olymps, Unter-Olymps und der Ossa, die die E thessalische Ebene umgeben, sind aus hydrogeologischer Sicht von besonderem Interesse bezüglich des geologischen Aufbaues und der großen Ausdehnung. Im vorliegenden Bericht wird kurz auf die allgemeinen hydrogeologischen Verhältnisse des Ossa-Gebirges eingegangen. Dieses ist hydrogeologisch betrachtet von besonderer Bedeutung und entscheidend für die Grundwasserversorgung der umliegenden Gebiete. Schwerpunkt dieser Arbeit ist allerdings, die Erläuterung und Interpretation der chemischen Zusammensetzung der Grundwässer von Ossa, nachdem die Wasserqualität ein wichtiger Faktor für deren Nutzung ist. Von den 204 lokalisierten Quellaustritten wurden nach geologisch-hydrogeologischen Gesichtspunkten 55 Quellen hydrochemisch untersucht.

Das Ossa-Gebirge wird von alpidischen metamorphen Gesteinen gebildet, die geotektonisch zur Ossa- und Ambelakia-Einheit gehören und überwiegend aus Karbonat- bzw. Schiefergesteinen bestehen. Die Ossa-Einheit, die als autochthon bis paraautochthon betrachtet wird, stellt unter der älteren Ambelakia-Einheit ein tektonisches Fenster dar. Das hydrogeologische Verhalten zwischen den verschiedenen metamorphen Gesteinen (Phyllite, Gneise, Schiefer und Ophiolite) zeigt generell keine besonderen Differenzen. Die Gesteine sind aufgrund der Tektonik sehr stark zerklüftet und verwittert. Die obigen Bildungen stellen generell ein oberes zusammenhängendes Grundwassersystem dar. Die sehr stark verkarsteten Karbonatgesteine (Marmore und Dolomite) bilden ein tieferes Karstwassersystem von besonderer Bedeutung. Die tertiären und quartären Sedimente stellen aufgrund der Änderung ihrer petrographischen Zusammensetzung geringmächtige, nicht so bedeutungsvolle, Grundwasserleiter dar.

Die vorgenommenen hydrogeologischen Untersuchungen lieferten folgende Ergebnisse:

  • Die Wässer aus Karbonatgesteinen weisen erhöhte Gesamtmineralstoffgehalte auf (205,7 mg/l - 761,1 mg/l), sie sind hart bis sehr hart und gehören zu den hydrochemischen Typen: Ca-HCO3 und Ca-Mg-HCO3.
  • Die Wässer aus metamorphen Gesteinen zeigen niedrigere Gesamtmineralstoffgehalte (107,4 mg/l - 503,5 mg/l), sie sind fast weich bis mittelhart und gehören den hydrochemischen Typen Ca-HCO3; Ca-Mg-(Na)-HCO3 und Ca-Mg-HCO3-(Cl, SO4) an.
  • Die Wässer der tertiären und quartären Sedimente zeigen ebenfalls niedrige Gesamtmineralstoffgehalte (204,8 mg/l - 467,5 mg/l), sie sind mittelhart und den hydrochemischen Typen Ca-HCO3 und Ca-Mg-HCO3 zuzuordnen.
Die untersuchten Wässer sind generell mineralarm (< 1 g/kg), sie gehören zur Gruppe der erdalkalisch-hydrogenkarbonatischen Wässer mit dem vorherrschenden hydrochemischen Typus Ca-Mg-HCO3. Eine Ausnahme stellt das Mineralwasser der Quelle "Kokkino Nero" dar. Dieses ist sehr mineral- (2309,5 mg/l) und CO2-reich (880 mg/l) und wird als Ca-Mg-HCO3-Mineralwasser charakterisiert.

Im allgemeinen kann gesagt werden, daß die Quellwässer des Ossa-Gebirges eine sehr gute Wasserqualität besitzen. Ihr Chemismus weist eine direkte Beziehung zum Chemismus der durchflossenen Gesteine des jeweiligen Grundwasserleiters auf. Die gelösten Ionen sind geogener Herkunft und in diesem naturbelassenen Raum kommen anthropogen bedingte Beeinflussungen selten vor.


Veröffentlichung auf: deutsch



Vol. 18, S. 258-288: 

Wasserhaushalt im Aliakmonas-Gebiet (Griechenland); Bilanzierung und Modellierung

Eleni Zagana & Peter Udluft


Kurzfassung:
Für das Einzugsgebiet des nordgriechischen Flusses Aliakmonas wurden Untersuchungen zum Wasserhaushalt durchgeführt. Die Wasserhaushaltskomponenten wurden mit Hilfe des Computerprogramms MODBIL (UDLUFT, 1994) berechnet. Wasserbilanzen wurden sowohl für Teileinzugsgebiete als auch für das Gesamtgebiet erstellt. Die mit Hilfe des Wasserhaushaltsmodells ermittelte Grundwasserneubildung erreicht im nördlichsten Einzugsgebiet 172 mm/Jahr und sinkt in den östlichen und südlichen Gebieten auf ca. 131 mm/Jahr bis 83 mm/Jahr ab. Für das Gesamtgebiet wurde mit dem Programm MODBIL ein Gesamtabfluss von 357 mm/Jahr berechnet; der am Pegel Ilarion gemessene Abfluß beträgt 325 mm/Jahr.


Veröffentlichung auf: deutsch





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